Filmdreharbeiten bei den Köhlern
in den Nachrichten

von Administrator

Sequenzen zu den Dreharbeiten von Joseph Vilsmaier zu handwerklich-bäuerlichen Arbeiten

Kurzerläuterungen zu den einzelnen Arbeiten:

„Dengeln“

Beim „Zuhaus“ vom „Wallner “ einem Bauernhof in Neukirchen/Wald

Mit Hans Enzinger - nach dem Hausnamen Stadl „Staller Hans“ genannt, schon 84 Jahre alt, - kam mit 12 Jahren von zuhause fort zu einem Bauern („Schwarzenberger“) – „mit der Bauernarbeit bin ich aufgewachsen“ (Bier brachte Wallnertochter, Barbara Enzinger)

Wenn am Abend schon von weitem und von Hof zu Hof das „dengeln“ zu hören war, stand am nächsten Morgen der erste Teil der „Heuarbeit“ an, das Sensenmähen. Eine harte Arbeit, die Sensen mussten „a Schneid haben, sonst hat man sich doppelt hart getan“. Darum war auch das „Dengeln“ eine wichtige, vor allem genaue Arbeit, die viel Feingefühl und Geduld erforderte. Die Sense sollte auf dem kleinen Ambos, der vorn auf dem Dengelstein war und im hiesigen Dialekt „Roneisen“ heißt, nicht ganz flach aufliegen, sondern ca. 1 mm „Luft“ haben. Den „Dengelhammer“ muß man ganz locker halten, sonst gibt’s keine gute „Schneid“, erklärt der „Staller Hans“ die Feinheiten dieser Arbeit und vor allem, sich viel Zeit lassen, da man genau hinschauen und auch hinhören muß. Denn mit dem Klang der „Dengelschläge“ hörte man auch, ob die Sense ganz genau getroffen wurde. Der „Stallei“ lernte nicht nur das „Dengeln“ von klein auf, er konnte auch noch von Hand Sensenstiele machen, aus gewachsenem Naturholz, die „Woab“ genannt wurden.

„Sensenmähen“

auf der „Jell-Leitn“ – an der untern, nördlichen Seite vom Teisenberg

mit Alois Prechtl, Hias Schmid, Toni Strehhuber, Martha Zollhauser und Mathilde Gruber

Sensenmähen war eine harte Handarbeit in den ganz frühen Morgenstunden. Oft hat man schon mit der Dämmerung angefangen. „Damit das hohe Gras noch ganz feucht ist, dann geht` s mähen gleich viel leichter und man wird rechtzeitig fertig“, so einer der Gründe.
Je nach Größe des Bauernhofes haben 8 – 10 Leute gleichzeitig gemäht. Der Bauer vornweg (hoffentlich nicht zu schnell, dass die Anderen noch mitkamen), dann der oder die Knechte, die „Stalldirn“ (-Magd), „Felddirn“ usw. - nach einer genauen Reihenfolge, bzw. Rangordnung.

Die „Mohd“, der jeweils gemähte Streifen, sollte natürlich möglichst gleichmäßig sein und ging schräg runter. Je steiler der Hang, umso schräger die „Mohd“, war die Vorgabe. Damit man mehr Halt hatte, nicht ausrutschte und in die messerscharfe Sense fiel.
Alois Prechtl - Wenn die Sense keine „Schneid“ mehr hatte, wurde „gewetzt“. Mit dem Wetzstein, der meistens in einem umgebundenen „Kumpf“ steckte, oft einem Kuhhorn, das so noch Verwendung fand. Im „Kumpf“ war Wasser, damit ging das „Wetzen“ um einiges besser. „Sensenwetzen“ ist wie Messerschleifen, will gelernt sein. Nicht nur der Winkel vom Wetzstein zum Sensenblatt muß stimmen, es sollte schnell gehen und ungefährlich war es auch nicht. Manche Narbe in Finger und Hand stammt davon.

"Hoanzn" (Heinzen)

mit Sepp Patz, Hias Schmid, Marianne Schmid, Monika Reitschuh und Simon Aicher (Hoanzn-Lattl tragen) 

„Hoanzn“ wurden gebraucht, wenn bei der Heuarbeit das Wetter nicht mitspielte, das Heu länger zum Trocknen brauchte und deshalb nicht auf der nassen Wiese liegen bleiben konnte. Die „Hoanzn“ haben lange Querlatten. Das Heu brauchte oft bis zu einer Woche, bis es ganz trocken war und eingefahren werden konnte. Es musste Wind und Wetter trotzen, durfte keinesfalls umgerissen und weggeweht werden. Futter gab es in unserer Gegend nicht im Überfluss und war mit viel Handarbeit verbunden. Verständlich, dass schon deshalb beim „Hoanzn-Aufstellen“ genau gearbeitet wurde.

Manchmal wurden auch zum Trocknen „Hifeln“ verwendet. Spitzen von jungen Bäumen mit ca. 2 – 3 Meter Länge, mit vielen Astreihen, die ca. 10 – 20 cm lang waren. „Hifeln“ waren aber nur für sehr langes Heu geeignet, das sonst nicht gehalten hätte.

Heu aufladen/einfahren - „Heu aufschlagen“

von der „Jell-Leitn“

mit Martin Reitschuh, Alois Prechtl, Sepp Datz, Monika Reitschuh, Marianne Schmid

Heu „aufschlagen“ und einfahren sollte nicht nur wegen dem Ausnutzen von schönem Wetter schnell gehen. Große „Fuader“ waren deshalb nicht nur zweckmäßig, sondern auch Prestigesache. Darum hatte die „Fuader-Fasterin“ oben auf dem Heuwagen das Sagen, schaffte an, wohin mit der besonders großen, 3-zackigen Aufschlag-Gabel mit dem extra langen Stiel das Heu hinzukommen hatte. Jeweils 3 Reihen (rechts, links und Mitte) kamen pro Lage auf den Wagen, die „Fasterin“ gab mit genauen Kommandos („dro, drei`n usw.) wortstark an, wo das Heu hingehörte. Ab einer bestimmten Höhe bestand ohnehin nur noch Rufkontakt. Zum Schluß kam noch mittig der „Wüstbaum“ drauf, mit dem das Heu noch niedergebunden wurde. Ein besonderes Augenmerk galt den Ecken des „Fuaders“. Da zeigte sich, ob diese bei der unruhigen Fahrt der eisenbereiften Wägen bis zum Einfahren in die „Tenn“ hielten, oder zum Gespött der Nachbarbauern vorzeitig auf dem Feldweg landeten. Vorn beim Roß stand der „Roßbua“, der auf Kommando den Heuwagen ein bestimmtes Stück weiter fuhr. Er sollte aber auch vom Roß die lästigen „Brema“ (Bremsen) fernhalten. Schauen, dass der rauchige, stinkige „Bremakessel“ funktionierte und falls der nicht reichte, mit einem getrockneten Roßschwoaf die großen „Roßbräma“, kleinen „Blindbräma“, aber auch lästigen Fliegen und Mücken händisch vertreiben oder erschlagen.

„Holz streifen und Prügel gantern“

auf der Jell-Reute

mit Martin Reitschuh und Erich Prechtl

Nicht jedes Roß eignet sich zur Holzarbeit im Wald. Es soll Kraft haben, geländegängig und vor allem von ruhigem, ausgeglichenem Charakter sein. Eigenschaften, die nicht jedes Roß mitbringt und deshalb eine längere Ausbildung und viel Vertrauen zu seinem Bauern erfordert. Ausgestattet mit einem Zugscheit, daran die handgeschmiedete Kette mit den „Streifklampern“ geht es in zum Teil steile, enge Waldstücke in denen auch heute noch Pferde zum Einsatz kommen. Obwohl die Rösser auf die Kommandos „wüst“ (links), „duje“ (rechts), „wia“ (gehen), „öh“ (stehen) und „zrucksteh“ (rückwärts) reagieren, wird meistens mit dem „Woja“ = Zügel gearbeitet.

Zum gängigen Handwerkszeug gehört vor allem der „Sappie“ mit kurzen oder langen Stiel. Damit werden Streifhaken befestigt oder entfernt, die Prügel bewegt und diese vor allem beim “Gantern“ auf einen Haufen gestapelt und in die richtige Lage gebracht. Dabei soll das Roß von allein ruhig auf seinem Fleck stehen bleiben und auf das nächste Kommando oder Arbeitsgang warten. Die Holzarbeit, meist im eigenen Wald oder im Auftrag vom Forstamt, war früher Teil des bäuerlichen Alltags, nicht ungefährlich und gehörte zum regelmäßigen Einkommen.

Mitorganisation Franz Aicher/Vorstand Martin Maier

Zusammenstellung: Helmut Birner, August 2016

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